Kreisschützentag 2022

„Der Schießsport ist längst kein Selbstläufer mehr“


Kreisschützentag nach zwei Jahren Corona-Zwangspause – Wittmer: „Liga-Modus überholt“ – DM- Teilnehmer ausgezeichnet


Sinsheim-Adersbach. (abc) Den ersten Kreisschützentag des Sportschützenkreises 10 Sinsheim
seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat der Schützenverein am Freitagabend in der
Mehrzweckhalle ausgerichtet. Die Anzahl der Teilnehmenden war allerdings geringer als vor Covid-19, da jeder Mitgliedsverein lediglich dessen Delegierte bzw. gleich viele Vertreter entsenden durfte. Die war nötig, um die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. Nichts desto Trotz freute sich Kreisschützenmeister Joachim Edinger über die rege Teilnahme. „Mit den Vereinen, die niemanden geschickt haben, werde ich Gespräche führen“, sicherte er allerdings nach der Begrüßung, Totenehrung und Feststellung der Anwesenheit zu. Vorausgegangen war ein Grußwort des Ortsvorstehers Alexander Hotz: „Das ist die erste Veranstaltung seit zwei Jahren hier“, erklärte der Dorfchef und stellte die Wichtigkeit der Vereinsarbeit für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt heraus. Dies betrifft ihm zufolge nicht nur den sportlichen Aspekt. Dass aber gerade dort deutliche Einschnitte hinter den Anwesenden liegen, wurde in den anschließend verlesenen Jahresberichten deutlich. „Eigentlich“, so Edinger, „war der Kreisschützentag im Frühjahr 2021 geplant, wurde dann aber auf den Mai letzten Jahres verschoben und letztendlich erst jetzt abgehalten.“ Der Kreisschützenmeister erwähnte auch die damit verbundene „unglaubliche Mehrarbeit“ im Vergleich zu früheren Veranstaltungen dieser Art und bedauerte, dass man ebenfalls
zwei Kreisschützenbälle habe absagen müssen. Auch jetzt sei eine solche Veranstaltung wegen Corona nicht in dem gewohnten Rahmen möglich, bedauerte Edinger. Erneut auf den Mehraufwand während der Covid-19-Pandemie eingehend, erwähnte er explizit den Landessportleiter Jürgen Dörtzbach, der spontan den Vortrag zweier Jahresbericht übernommen hatte, deren Verfasser nicht anwesend sein konnten. „Er hat die meiste Arbeit im Jahr. Bitte unterstützt ihn nach Kräften!“, bat
der Kreisschützenmeister. Weitere Punkte der Tagesordnung einschließlich der Entlastung der Gesamtvorstandschaft gingen ohne Gegenstimmen über die Bühne, bevor dann der Präsident des Badischen Sportschützenverbandes, Roland Wittmer, ein Grußwort sprach. „Corona hat uns aus dem Paradies vertrieben“, bekannte er gleich zu Anfang und betonte, dass die heutige Zeit nicht für den Sport geschaffen sei. „Der Liga-Modus ist überholt. Wir brauchen dringend Veränderungen“, erklärte Wittmer weiter und betonte, dass der Breitensport genauso wichtig sei wie der Leistungssport. „Die erfolgreichen Jahrzehnte sind vorbei. Der Schießsport ist längst kein Selbstläufer mehr“, mahnte derPräsident und forderte, die Zusammenarbeit der Vereine und der Kreise zu stärken. „Wir verliereneinen Grußteil der Gemeinschaft – nicht nur wegen Corona“, verwies Wittmer darauf, dass nicht nurdie Covid-19-Pandemie für die aktuellen Probleme verantwortlich sei. Zur Verbesserung der Situation forderte der Präsident schließlich neue Wettkampfsysteme, aber auch die Notwendigkeit, Veränderungen zu akzeptieren.
Die gab es auch in der Vorstandschaft, doch vor den anstehenden Wahlen sowie einem weiteren Grußwort des Vorsitzenden des Sportkreises Sinsheim, Willi Ernst, wurde Kurt Lichter (SSV Angelbachtal) und Friedbert Großkopf (SG Sinsheim) jeweils das große BSV-Ehrenzeichen in Silber verliehen. Tanja Schimmer, nun 20 Jahre in der Vorstandschaft, erhielt einen Blumenstrauß. Danach holten Edinger und Wittmer einige Ehrungen nach, die eigentlich schon 2020 hätten vorgenommen werden sollen. Unter anderem bekam Silja Schranz (SV Waibstadt) die Amtskette der Jugendschützenkönigin umgehängt. Und allen voran wurden Werner Brenneisen (SSV Hilsbach), Hilmar Leuck (SV Diana Eschelbach), Jürgen Littig (1. BSC Sinsheim), Fritz Pfeffer (SV Diana Eschelbach) sowie Mannschaft des SV Diana Eschelbach für hervorragendes
Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften ausgezeichnet.
In puncto Wahlen gibt es nur wenig zu vermelden. Nahezu alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig im jeweiligen Amt bestätigt. Lediglich Elena Schuster schied als Kreisjugendleiterin aus, da sie sich beruflich und regional verändert. Ein direkter Nachfolger fand sich nicht: „Ich habedas alles über sechs Jahre aufgebaut, es geht alles vor die Hunde. Unbesetzt auf lange Sicht kann das Amt nicht bleiben“, mahnte sie zum Abschied.
Danach wurde noch beschlossen, dass die nächsten Kreisschützentage 2023 und 2024 in Helmstadt bzw. Stebbach stattfinden sollen. Nach ziemlich genau drei Stunden beendete der Kreisschützenmeister den offiziellen Teil des Kreisschützentages.

Während des Kreisschützentages am Freitagabend in der Mehrzweckhalle Adersbach wurde Kurt Lichter (2.v.r.) und Friedbert Großkopf (m.) jeweils das große BSV-Ehrenzeichen in Silber verliehen. Tanja Schimmer (2.v.l.) erhielt für 20 Jahre Vorstandsarbeit einen Blumenstrauß.

 

Silja Schranz wurde während des Kreisschützentages am Freitagabend in der Mehrzweckhalle Adersbach nachträglich die Amtskette als Jugendschützenkönigin 2020 umgehängt.

 

Vier Einzelteilnehmer und eine Mannschaft erhielten während des Kreisschützentages am
Freitagabend in der Mehrzweckhalle Adersbach für herausragende Leistungen bei den letzten
Deutschen Meisterschaften eine Urkunde.